Entwicklungshilfe

Entwicklungshilfe ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Es ist die Frage, inwieweit es sinnvoll ist, „von außen“ in eine bestehende Kultur einzugreifen und Projekte voranzutreiben. An diesem Punkt agiert der Förderverein Nordkenia sensibel und steht in ständigem Dialog mit den Projektträgern vor Ort. Es werden lediglich Vorhaben unterstützt, die seitens der lokalen Träger bereits angestoßen wurden und die weitere Unterstützung durch finanzielle Hilfe benötigen. Zudem geht es darum, die Kompetenzen und Ressourcen vor Ort zu stärken und zu nutzen. Was uns dabei wichtig ist, sollen die nachfolgenden Beispiele „Wasserversorgung“ und „Kamele“ illustrieren:

Wasserversorgung

Aufgrund langer Trockenzeiten kommt der Wasserversorgung eine besondere Bedeutung zu. Es gilt also, während der Regenzeit möglichst viel Wasser zu speichern. Dies wird ermöglicht durch Staudämme, die in Wadis (Flussbette, die nur zur Regenzeit Wasser führen) errichtet werden.

Das Besondere bei diesen Staudämmen ist, dass das Staubecken mit Sand aufgefüllt wird. Dies geschieht von selbst, da die Wassermassen den Sand anspülen. Dadurch verringert sich zwar das Volumen des Speicherbeckens, jedoch resultiert daraus eine Reihe erwünschter Faktoren:

  • Das Wasser kann nicht mehr an der Sonne verdunsten (es ist im Sand „gespeichert“).
  • Das Risiko von Krankheiten, deren Erreger sich in stehendem Gewässer besonders gut vermehren(wie z.B. Thyphus, Cholera oder Malaria), wird verringert.
  • Der Staudamm ist vor starken Flutwellen geschützt, da nun aufgrund des mit Sand gefüllten Beckens keine Angriffsfläche mehr besteht.

Die Dämme werden mit Steinen und Zement erbaut. Somit entsteht keine technologische Abhängigkeit – sowohl Aufbau als auch Reparaturen können eigenständig vor Ort ohne größeren Aufwand durchgeführt werden. Mit diesen Dämmen konnten die Menschen in Kipsing und Oldonyiro bereits einige Trockenzeiten überleben.

Kamele

Die Samburunomaden leben traditionellerweise von ihren Tieren. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus einem Blut-Milch-Gemisch und Fleisch. Um auch in Trockenzeiten überleben zu können, werden große Viehherden gehalten, insbesondere bestehend aus Rindern und Ziegen.
Die Vorteile von Kamelen (u.a. gegenüber Rindern und Ziegen):

  • Die Tiere kommen bis zu 14 Tage ohne Wasser aus. Folglich können während Trockenzeitengrößere Entfernungen zurückgelegt und weiter entfernte Weideplätz erreicht werden.
  • Kamele fressen „umweltschonend“, da sie das Gras abbeißen und nicht samt Wurzeln herausreißen. Die Gefahren der Erosion und der Überweidung sind daher deutlich reduziert.
  • Kamele können große Lasten tragen. Dadurch können beispielsweise lagerungsfähige Lebensmittel wie Reis, Bohnen und Mais transportiert werden, welche zudem eine vielseitigere Ernährung ermöglichen.
  • Kamelmilch hat gegenüber Wasser den Vorteil, dass weniger Krankheiten übertragen werden.

Das Besondere bei diesen Staudämmen ist, dass das Staubecken mit Sand aufgefüllt wird. Dies geschieht von selbst, da die Wassermassen den Sand anspülen. Dadurch verringert sich zwar das Volumen des Speicherbeckens, jedoch resultiert daraus eine Reihe erwünschter Faktoren:

Die Stadt Isiolo liegt am Schnittpunkt von der sesshaften Kultur zur Nomadenkultur – genau hier sind einige der Projekte des Fördervereins Nordkenia angesiedelt. Immer stehen bei der Projektarbeit die jeweiligen Bedürfnisse der dort lebenden Menschen im Vordergrund.

Der Umgang mit Tieren ist den Menschen seit jeher vertraut. Eine Anbindung an Kultur und Tradition ist daher gewährleistet. Mit der Anschaffung von 200 Kamelen konnte die Versorgung der Schulkinder in Kipsing über mehrere Jahre hinweg weitgehend gewährleistet werden.

Bildung

Kindern und Jugendlichen soll es ermöglicht werden, eine solide schulische Ausbildung zu absolvieren, die für ihr späteres berufliches und gesellschaftliches Leben grundlegend ist. In den vergangenen vier Jahrzehnten konnten wir an mehreren Beispielen sehen, wie dies gelingen kann – beispielsweise im handwerklichen oder auch im medizinischen Bereich. Es ist uns wichtig, dass die Personen auch später wieder vor Ort tätig sind; z.B. als Schreiner in einer eigenen Schreinerei oder als Pflegekraft in der Leitung einer Krankenstation. Bildungsmaßnahmen wirken somit langfristig und gewährleisten Kontinuität und Stabilität.
Weitere Aspekte, die die Maßnahmen im Bildungsbereich legitimieren sind u.a.:

  • Im Kampf gegen Krankheiten wie z.B. AIDS kann sich ein entsprechendes Bildungsniveau als förderlich erweisen. Folglich kann sich ein Verständnis für Übertragungswege und die Entstehung von Krankheiten entwickeln. Auch der Aspekt Familienplanung steht in direktem Zusammenhang mit dem Bildungsniveau.
  • Im Zuge fortschreitender globaler Entwicklungen sind Jahrtausende alte Traditionen im Umbruch. Damit einher geht die Veränderung der Lebensweise und somit auch der Berufsfelder. Entsprechend müssen Basiskompetenzen erworben werden, die eine weitere berufliche Entwicklung ermöglichen. So gibt es vor Ort mittlerweile Berufsfelder in den Bereichen Kfz ( Kraftfahrzeugtechnik?) oder Elektronik. Um sich in diesen Bereichen einen Ausbildungsplatz sichern zu können, ist eine solide Grundausbildung notwendig.